Dienstag, 16. März 2010
Wären wir im 16. Jahrhundert, dann würden uns die 18 Kanonen vor dem Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt weit mehr als Respekt einflößen. Kanonen waren teuer, jedes einzelne Stück hatte einen eigenen Namen, war reich verziert. Die Zielgenauigkeit war nicht sehr gut, die Wirkung aber verheerend. Eine Kugel konnte eine Bresche in die feindlichen Linien schlagen, mehrere Reihen tief. Die psychologische Wirkung muss ebenfalls enorm gewesen sein. Schlacht kommt von Schlachten oder umgekehrt, ich weiss es nicht. Krieg ist immer blutig und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Abschreckungswaffen irgendwann eben doch in Einsatz kommen.
Gerade läuft im Radio, dass Deutschland wieder wunderbar beteiligt ist am zukünftigen Schlachten: Als globale Nummer 3 nach den USA und Russland rüstet Deutschland die Welt wieder auf, nicht nur Nato-Staaten wie Griechenland und die Türkei, sondern auch die regionale Großmacht Indien beispielsweise, das sich immer noch in einem unerklärten Krieg mit China und Pakistan befindet und auch im Bürgerkriegsland Sri Lanka kräftig mitmischt. Ich kenne das Argument, das jetzt kommt: Wenn nicht wir, dann die anderen. Ganz ehrlich, dann sind mir persönlich die anderen lieber.
Samstag, 30. Januar 2010

Liebes Manager Magazin, ab und zu sind wir zwar anderer Meinung, aber ich lese Dich gerne, denn Du argumentierst meist fundiert und ein sachlicher Streit darf in einer guten Beziehung schon einmal sein. Manche Artikel sind allerdings so schwer zu ertragen wie das Genörgle der größten Zicke am schlimmsten Tag der Periode. In der aktuellen Ausgabe ist wieder so einer: Auf der Titelseite wird man mit Facebook: Der Krieg im Internet eskaliert richtig heiss gemacht, um dann, wenn es zur Sache geht, mit einer Abfolge von journalistischen Peinlichkeiten in die Flucht geschlagen zu werden.
"Besuch, wissen Sie", sagt Debbie Frost, eine Engländerin Mitte 30, die früher für den Gegner, sprich Google, tätig war, inzwischen aber Zuckerbergs Sprecherin ist beziehungsweise seines Unternehmens, das in die Höhe emporgeblüht ist und sich nach allen Seiten prachtvoll entfaltet hat.
Wären da nicht noch ein paar Grafiken, deren Datengrundlage die Facebook-PR-Abteilung zugeliefert hat, ich hätte fast geglaubt, mich in einen Rosamunde-Pilcher-Roman verirrt zu haben. Also liebes Manager Magazin, wenn Du das nächste Mal wieder die Reiseschecks ausstellst, bitte auch auf die jeweilige Fachkompetenz der Autoren achten, dann klappt es auch wieder mit der Qualität.
EDIT_ 167 FB-Freunde in nicht einmal zwei Wochen (s.o.). Geschätzte 85 Prozent davon sind inaktiv, zählen aber natürlich trotzdem in der gezuckerten Statistik.
Mittwoch, 20. Januar 2010
Wenn ich gerade aus dem Fenster sehe, dann erinnert mich die augenblickliche Stimmung an eine Szene aus Tanz der Vampire. Die Blutsauger kommen im Filmgeschäft alle paar Jahre wieder hoch, doch Roman Polanskis Meisterwerk hat nicht nur für mich Maßstäbe gesetzt, liegt Klassen über der hormongeschwängerten Twilight Saga, der eher die Mütter der eigentlich angepeilten Teeny-Generation zum Fan-Opfer gefallen sind. Oder kann sich jemand vorstellen, dass beispielsweise in mehr als 40 Jahren ein Reisejournalist den Spiegelsaal eines verfallenden Grant Hotels mit dem Konsum-Fast-Food Twilight in Verbindung bringt?
Und auch das "Grand Hotel Locarno", seit Jahren geschlossen, verfällt, wenn man's nicht schleunigst für 22 Millionen kauft! Immerhin, die Website existiert noch. Und so könnten wir jetzt online eine Suite buchen. Und dann träfen wir uns dort ... Und in den großen Spiegeln, die's doch geben muss in dem Saal, gäbe es uns alle nicht. Denn es wäre ja kein gewöhnliches Bankett. Tanz der Vampire. Geschlossene Gesellschaft!
Das ist der Unterschied zwischen Kult und Hype, zwischen Klassik und Konsum. Darauf jetzt einen Schluck Blutorangen-Tee.
Mittwoch, 4. Februar 2009
Kaum habe ich am Freitag über Verstaatlichung auf DIE ZEIT kommentiert, da kommt Herr Steinbrück mit meiner Idee zu einem Verstaatlichungsgesetz mit minimaler Entschädigung für die Alteigentümer. Mal ehrlich, die HRE hätte man doch gleich sauber in die Insolvenz laufen lassen können, aber das hatte ich hier ja schon geschrieben. 92 Milliarden Euro Staatsknete steckt schon in dieser Pleite-Bank. Wir erinnern uns: Frau Merkel wollte mit lächerlichen 420 Milliarden Euro Staatshilfe für kränkelnde Finanzinstitute auskommen.
Samstag, 27. Dezember 2008
Abgefilmtes Kino finde ich grausam, das würde ich meinen Augen nicht antun. Einmal ganz ehrlich: Warum soll ich mir einen Film in Low Quality auf dem Laptop antun? Schau ich mir zuerst die Trash-Version an, kenne ich die Handlung und beschneide mein Vergnügen, wenn ich mir den Film später im Kino ansehe. Habe ich den Film im Kino gesehen, dann will ich mir auf keinen Fall später die Trash-Version reinziehen.
Die Filmindustrie verliert tatsächlich Geld: Es gibt garantiert jede Menge Genussfeinde, die sich tatsächlich nur die Trash-Version ansehen und wenn es die nicht gäbe, ins Kino gehen würden. Diese Einnahmen gehen verloren. Betroffen sind vor allem die kleineren Lichtspielhäuser, denen jede nicht verkaufte Eintrittskarte zum Überleben fehlt.
Marcel Weiss kann ich in seinen Schlußfolgerungen nicht wirklich folgen.
Mittwoch, 17. Dezember 2008
Trübe ist die Aussicht nicht mehr, eher glasklar kalt. Gemeint ist nicht nur die winterliche Witterung, sondern auch die Aussicht auf die Volkswirtschaft. Zurückhaltung war der Kampfbegriff, Lohnzurückhaltung. Damit die deutschen Unternehmen exportieren können. Sie exportierten, es flossen satte Gewinne. Jetzt brechen die Exportmärkte dramatisch ein. Der Konsument im Inland soll es nun richten, dem allerdings das Geld zum Konsumieren fehlt, weil er als Zurückhaltung beim Lohn geübt hat. Verzwickte Situation. Steigende Löhne sind wohl nicht mehr durchsetzbar. Steuersenkungen erleichtern vor allem diejenigen, die sowieso nicht an Geldarmut leiden. Der Staat als Gebilde muss einspringen, sicher ist nur noch nicht wie. Klar sollte aber bereits jetzt sein, dass die Zeche in den kommenden Jahrzehnten nicht von denen gezahlt werden kann, die schon verzichtet haben. Zumindest denke ich mir es, dass es so kommen sollte.
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Lesermeinung
So, 08.08.2010 22:41
find ich auch...
Di, 03.08.2010 23:49
bräuchte eine Nadel für den Lo ewe Plattenspieler kann mir je mand helfen ?
Mo, 02.08.2010 11:38
Würde ich so nicht einmal sage n, wenn es wirklich ein region ales Magazin ist, kann man es doch prima regional verm [...]
Mi, 21.07.2010 12:17
Wer weiß schon, wer sich hier wieder eine goldene Nase verdi ent hat...
So, 18.07.2010 22:13
Klaro, geht nichts über mein B ötchen! Ich hoffe Du hast die Beflaggung rechts auf dem Turm bemerkt. Nur für mich . [...]
So, 18.07.2010 20:00
Na für so einen Trip hattest d u doch dann zu 100% das richti ge Fortbewegungsmittel! Also, ich will keine Beschwerd [...]