Montag, 13. Juli 2009
Wie die Lemminge: Die Medienblogger rund um den Globus - und besonders eifern die deutschen Vertreter ihren us-amerikanischen Vorbildern nach - schreiben sehnsüchtig das Ende von Print herbei. Gern gesehen wird das Scheitern von Traditionsblättern wie aktuell der Birmingham Post. Ja, das Internet soll wieder zugeschlagen, ein übertradiertes Holzmedium in die verdiente Totengrube gestoßen haben. Liebe Medienblogger, vor allem meiner Nationalität. Quasselt doch nicht immer alles nach, was übern großen Teich geschrieben wird. Das eine Prozent der US-Experten, die wirklich Ahnung von europäischen Medien und den Zusammenhängen haben, das bloggt meines Wissens nicht. Den restlichen sogenannten Experten in den USA die europäische Medienlandschaft zu erklären könnte man mit dem Versuch vergleichen, einem Grundschüler die Ausdrucksstärke des Impressionismus näher zu bringen. Viele Farben, viel Bunt.
Was steckt wirklich hinter der Miesere der Birmingham Post? Ein klein wenig Recherche, liebe deutsche Medienblogger, hätte die gar nicht so sensationellen Tatsachen an den Tag gefördert wie steigende Arbeitslosenzahlen, wachsendes Prekariat ... und die aktuelle Wirtschaftskrise. Anscheinend hat sich niemand die Mühe gemacht nachzusehen, womit in der zweitgrößten britischen Stadt die Brötchen verdient werden. Oh, in der siechenden Finanzindustrie!
So, nun nehmen wir mal die Finger der rechten oder linken Hand zur Hilfe und rechnen Eins + Eins zusammen. Wenn die Einwohner der Stadt Birmingham im Schnitt imm ärmer werden, wenn die Arbeitslosigkeit real geworden ist auch für Gutverdienende, auf was verzichten diese Menschen wohl als erstes: Auf die Tageszeitung oder das Frühstücksei. So, die deutschen Medienblogger lasse ich jetzt einmal mit der Lösung dieser Logikaufgabe alleine. Ich weiss, nicht, ob man das Ergebnis irgendwo abschreiben kann.
Freitag, 9. Januar 2009
Wenn ich mir den Luftturm in Amberg auf dem Foto ansehe, dann brauche ich dringend eine heisse Schokolade, denn für die Aufnahme hätte ich mir gestern spätabends beinahe die Finger abgefroren. Aber es musste sein, zur Visualisierung der basischen Blase, die sich gerade auf eBay bläht. Die Seitenteile des Turmes sind aus Plastik, gefüllt mit Pressluft, was der Konstruktion Stabilität verleiht. Könnte die Luft entweichen, würde der Turm zusammenbrechen. Doch zurück zu BasicThinking ...
Gestern abend habe ich zusammen mit einigen Kollegen mit riesigen Augen auf den monströsen Zwischenstand geschaut: Für 20.000 Euro möchte sich Jemand Risiko einkaufen. Vielleicht setzt dieser Jemand auf die anschließende PR, wenn sich da Jemand nicht kräftig verspekuliert, denn vielen geht die Verona Feldbusch der Blogosphäre schon kräftig auf den Sack.
Auf jedenfall wünsche ich Jemanden viel Spass mit dem Neuerwerb, zumal Basic an anderer Stelle zum gleichen Thema neu anfängt und seine Fans mitnimmt. Auch wenn das nicht so richtig professionell abläuft.
EDIT_ Einen Tip habe ich noch für Jemand: Basic will die Emailadressen in den Kommentaren löschen. Da würde ich noch einmal juristischen Rat einholen, wie denn das dann so ist mit der Haftung, wenn was Unkeusches in den Kommentaren steht, der Urheber jedoch nicht bestimmt werden kann.
Dienstag, 16. Dezember 2008
Irgendwie bin ich überhaupt nicht Mainstream, zumindest was meinen Blog-Geschmack angeht. Heute wurde wieder irgendeine Top-100-Liste wie eine Wildsau durch Kleinbloggistan getrieben. Der Webmaster-Blog ist wirklich der einzige davon, den ich in meinem Reader habe, bei anderen schau ich nur in zeitlichen Abständen vorbei. Einige Blogs kenne ich im Grunde nur, weil ich ab und zu gern mit den Autoren chatte, wie Justin oder Paul.
F!XMBR kenne ich zwar, ich habe in sogar bis vor kurzem gerne gelesen, doch seit drei Tagen führt sich einer der Autoren auf wie ein pupertierender Vierzehnjähriger - die glauben auch immer Recht zu haben und ihren Kopf durchsetzen zu müssen.
Freitag, 12. Dezember 2008
Lang genug hat es gedauert - der Transfer vom dotcomtod.com ist nun auch ganz offiziell in meinem Besitz. Die Domain hat für mich eher einen ideellen Wert, denn zu den besten Zeiten der .COM-Blase war ich ein fleissiger Leser dieses sehr speziellen Newsforums. Auf jeden Fall war sie zu schade als Sedo-Parking-Site herzuhalten.
Ein DCT-Clone wollte ich nicht machen, schon aus Respekt vor Lanu, die mit Boocompany einen würdigen Nachfolger an den Start gebracht hat. Daher findet ihr einen Weblog mit dem Titel DCT 2.0 unter der bekannten Adresse.
Lanu hat übrigens bereits einem Interview auf DCT 2.0 zugestimmt, vielleicht kann sich auch Don Alphonso eine Zusage abringen. Der Herausgeber einer nicht unbekannten Zeitung wird ebenfalls exklusiv seine Einschätzung zur Zukunft der Printmedien zum Besten geben. Neben meinem eher unwichtiger Meinung wird es auch richtig spannendes zu Lesen geben.
EDIT_ Auf Ansichtssachen läuft es natürlich wie gewohnt weiter ...
EDIT_2 Ein wunderbares Wetter um ein bisserl durch die Gegen zu fahren, zu Fotografieren und selbstverständlich Hirnhatz zu betreiben. Das Bild zeigt die Ruine Hohenburg über den gleichnamigen Marktflecken. Westlich davon beginnt der Truppenübungsplatz Hohenfels. Die dort stationierten US-Truppen treiben sich immer im Irak rum.
EDIT_3 Der Start von DCT 2.0 hat sich schnell herumgesprochen und geschreiben darüber haben unter anderem Sajonara und Stoibär.
Donnerstag, 4. Dezember 2008
Es hat einfach Unterhaltungswert, wenn sich zwei Handelblatt-Journalisten öffentlich kloppen. Sönke Iwersen konnte anscheinend die dauernden Selbstbeweihräucherungen des Thomas Knüwer nicht mehr ertragen und hat in einem Kommentar seinen Missmut recht deutlich zum Ausdruck gebracht:
Lieber Thomas,
Bei aller kollegialer Zurückhaltung: mir ist kein Journalist bekannt, bei dem Selbstdarstellung und Realität derart auseinanderklaffen wie bei Dir. Vielleicht könntest Du die permanente Selbstbeweihräucherung mal kurz unterbrechen und erklären, warum Deine fantastische Verdrahtung über Xing, Facebook, Twitter und Co. so wenig journalistischen Mehrwert bringt. Wenn es tatsächlich so wäre, dass diese Kommunikationswege neue Infos erschließen – warum kommen die Scoops im Handelsblatt dann nicht von Dir, sondern immer von anderen Kollegen?
Man kann Dir oft dabei zusehen, wie Du selbst in Konferenzen ständig mit Deinem Telefon herumdaddelst. Vielleicht twitterst Du nur grad, dass Du grad gern einen Keks essen würdest – wer weiß das schon. Jedenfalls führt das Ganze nicht dazu, dass Du das Blatt laufend mit Krachergeschichten füllst. Bieterkampf bei Yahoo? Neues vom Telekomskandal? Untergang von Lycos? Das alles wären doch Themen, zu denen Dir, dem hyper-vernetzten Journalisten, die Insidernachrichten zufliegen könnten. Tun sie aber nicht. Stattdessen stellst Du gern mal eine Nachricht als exklusiv vor, die morgens schon über Agentur lief oder in der New York Times stand.
Ich verstehe einfach nicht, warum Du ständig diejenigen Kollegen runtermachst, von deren Geschichten Du selbst lebst. Eine große Zahl Deiner Blogeinträge basiert doch auf Artikeln Deiner Print-Kollegen, zu denen Du dann einfach Deinen Senf dazugibst. Ohne die von anderen recherchierten Grundlagen hättest Du da nichts zu schreiben.
Du behauptest, die Journalisten müssten sich ändern und meinst damit wohl, sie müssten so werden wie Du. Es ist aber so, dass die meisten Kollegen gar kein Interesse daran haben, Nachrichten einfach nur wiederzukäuen, so wie Du.
Es ist Dir ja unbenommen, in Deinem Blog eine Art Resteverwertung zu betreiben. Aber bitte verkauf das nicht als Zukunft des Journalismus.
Zwischenzeitlich war dann der Kommentar einfach verschwunden und dies begründete Knüwer nachträglich mit eventuellen Konsequenzen aus arbeitsrechtlicher Sicht.
Sorry, ich kann heute nicht so reagieren, wie ich gerne würde, da ich unterwegs und nicht ausreichend online bin. Der Kommentar des Kollegen Iversen ist offline gegangen, da die Chance hoch ist, dass er sich damit in arbeitsrechtliche Probleme gebracht hätte. Der Eintrag verstieß eindeutig gegen die Vorgaben seines Arbeitgebers im Umgang mit Blogs und Kommentaren. Warum Herr Iwersen Animositäten gegen mich hegt, die er in der Redaktion bisher nicht zum Ausdruck brachte, ist mir nicht klar. Dies auszudiskutieren ist aber kein Thema für ein Blog.
Dumm nur, dass er zuerst löschte und sich vermutlich den Grund "Arbeitsrecht" überlegt hat. Zumundest lassen Kommentare, die sich auch auf Twitterprotokolle beziehen, darauf schließen.
Sönke Iwersen konterte in einem weiteren Kommentar:
Lieber Thomas,
wie Du weißt, gibt es in der Redaktion die Entscheidung, unsere Diskussion intern zu führen. Ich verstehe das aber nicht so, dass Du nun weiter ungestört Unsinn verbreiten kannst.
Also:
Ich habe diesen Kommentar geschrieben. Du hast ihn gelöscht. DANACH hast du mich per Mail gefragt, ob er von mir kommt. Wenn das so wäre, würdest Du ihn wieder online stellen. Ich habe Dir gesagt, er stamme von mir.
DANACH ist Dir dann das Arbeitsrecht eingefallen, was immer das heißen sollte.
Nun bleibt der Kommentar gelöscht, weil in der Redaktion die Entscheidung getroffen ist, die Diskussion in der Art nicht online zu führen. Okay, damit habe ich kein Problem.
Was aber ebenfalls bleibt, ist die Tatsache, dass wir – Du und ich - bereits in der Vergangenheit Diskussionen über dieses Thema geführt haben und dies keineswegs an persönlichen Animositäten lag sondern an Inhalten. Ich kam mir dabei auch nicht sonderlich mutlos vor.
An Deinen ständigen Beschimpfungen gegenüber Deinen Kollegen hat sich jedoch nichts geändert – ebenso wenig wie manches andere. Aber das können wir ja alles morgen klären. Ich jedenfalls halte mich an die Redaktionslinie.
Ich gehe davon aus, dass dieser Beitrag arbeitsrechtlich unbedenklich ist und stehen bleibt.
Worauf sich widerum Knüwer zu einer kurzen Stellungnahme veranlasst sah:
Ähm... Ich kann mich an keine Diskussion über die Zukunft des Journalismus mit Sönke Iwersen erinnern. Das nur zur Klarstellung. Was seine Vorwürfe zu meinem Verhalten in der Redaktion betrifft, so bewegen sich diese auf einem Niveau, das nicht meines ist.
Ich finde das schon ein bisserl arrogant. Lustig wird die laufende Diskussion, da sich anscheinend weitere Redaktionsmitglieder (anonym) einmischten:
Freudig stelle ich fest, dass Ihre plumpe Art der Meinungsunterdrückung durch Ihre dämliche Reaktion auf einen Kommentar zu Ihrem dümmlichen Blogessay vom 1.12.2008 (zählen Sie ruhig nach) jetzt auch Handelsblatt-intern aufgefallen ist. Ihnen sind inzwischen bestimmt die kritischen Blicke von Frau Brock aufgefallen.
... oder ...
Der genannte Tweet war mir zum Zeitpunkt nicht bekannt. Ebenso wenig, dass es vor der Löschung ein internes PingPong-Deathmatch gab.
Beides konnten auch die unbeteiligten Leser dieses Blogs nicht wissen (Ich habe beides dann ein paar Minuten später via Flurfernfunk erfahren. Als Reaktion auf meinen Kommentar, übrigens).
Kurz, ich fand deine Anschuldigung nicht weniger befremdlich als den Auslöser, eine auf persönlicher Ebene ausgetragene Keilerei in aller Öffentlichkeit unter Kollegen.
Vielleicht bin ich bei dem Thema auch ein bisschen konservativ. Aber ich finde es nunmal grob unsportlich, Kollegen aus dem eigenen Team öffentlich wegzugrätschen. Ganz unabhängig davon, ob die Kritik grundsätzlich berechtigt ist (Debattenkultur und ein sich delektierender Mob sind dann nochmal ein anderes Thema.).
Das ist doch mal eine Reality Soap! Ich bitte um Fortsetzung.
Mittwoch, 26. November 2008
Heute habe ich Robert Basic aus meinem Feed-Reader genommen, weil er zuviel schreibt und nichts sagt. Als einer der A-Blogger in Deutschland hätte er momentan die Aufgabe Orientierung zu geben und auch selbstkritisch zu reflektieren. Was ich lese ich so flach und meinungslos, dass es schade für die Zeit ist.
Ich bevorzuge jetzt noch mehr das Gedruckte. Auf Zeitungen und Magazinen kann man Gedanken an den Rand kritzeln, unterstreichen und Wörter übermalen. Irgendwie liest es sich anders. Irgendwie habe ich mehr Vertrauen in eine Quelle, die im Wortsinn (an)fassbar ist. Irgendwie habe ich dann Mitleid mit dem Info-Proletariat.
Nachdenken ist für viele zum Luxus geworden. Beliebt sich winzige Infohäppchen, gerne mit vorgekauter Conclusio. Infotainment: Verblödung auf Raten. Eigene Meinung? Unnötiger Balast, dazu müsste man denken, das hält auf, kostet Zeit. Zu viele multimedial verpackter Datenbrei will durch die Ernährungssonde direkt in Magen, um unverdaut ausgeschieden werden.
Natürlich lese ich noch Blogs, jedoch sehr selektiert. Rebellmarkt gehört dazu, auch F!XMBR, Weissgarnix oder Paleofuture. Ein Basic oder Trendbüro sieht daneben einfach langweilig aus.
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Lesermeinung
Di, 09.03.2010 22:51
Die haben mich auch ordentlich geärgert, indem ich tagtäglic h aufs neue x Kommentare lösch en durfte. Nun hatte ich [...]
Sa, 06.03.2010 03:04
Hammer war das Wetter heute in Bayern. Ich bin fast in Münch en im Schnee ertrunken, es hät te nur noch gefehlt das [...]
Di, 02.03.2010 05:57
ich habe genau so eine fiat ba chetta neue Lackierung kein Ro st Hohlraumversiegelung neues verdeck all Reparaturen [...]
Sa, 27.02.2010 08:18
ich bin auch pro Frühling. Ich bin aber schon absolut froh, dass es nicht mehr schneit!
Do, 25.02.2010 22:55
Also, nach 4 Monaten neuer Reg ierung wollte ich mich mal wie der melden und mal fragen ob d ie Ansichten welche Part [...]
Do, 25.02.2010 17:49
Hi Matthias, auch wenn Du b ehautest =! Black Hat, sieht d ie Google Bildersuche das ande rs.