Artikel mit Tag webzwonullen
Samstag, 29. August 2009
Mancher lebt von seinem Namen, Prinzen aus dem ehemaligen Hochadel beispielsweise. Aber auch manche Orte geht es wegen
ihres Namens recht gut, St. Moritz beispielsweise, dessen Hotelhochausbauten ich alles andere als schön empfinde;
Immerhin hat der Weg dorthin eine tolle Cabrio-Strecke zu bieten. Man lebt eher vom Mythos drum herum.
Mythos hat immer etwas mit Unwissenheit zu tun, mit Nicht-Bescheid-Wissen. So kommt es mir auch vor, wenn viele
Experten von Social Media Marketing (SMM) reden. Die eine Hälfte des SMM funktioniert nicht, die andere Hälfte ist
nicht neu.
Twitter? Lachhaft, hier gibt es nicht einmal verlässliche Nutzerzahlen. Facebook? Wer mir hier belegbare Erfolge
vorlegen kann, die auch nachhaltig sind, bekommt einen Kuss (gut, wenn das zu abschreckend ist, lasse ich diese
Freudesbekundung auch gerne weg). Linkbait? In den USA nur in Zusammenhang mit SEO interessant, in Europa steht das in
keinem Verhältnis zum Aufwand. Ach, ein Beispiel gefällig? Gerne: Jetzt nimmt sich bitte jeder 1 Minute Zeit und nennt
mir ohne Nachzuschlagen die beworbene Inselgruppe bei der Aktion ... "Der beste Job der Welt". Mhmmm ... Das, was bei
Social Media Marketing funktioniert, das war schon immer da und ging auch schon immer: Cross Selling beispielsweise oder
klassisch die Public Relations, wobei bei Letzterem eher mehr das Monitoring in den Vordergrund rückt.
Ach wie gut erinnere ich mich an die SMM-Jünger, die von Second Life schwärmten (als Mercedes ein paar Millionen
Spielgeld in diesem digitalem Nirvana versenkte) oder von MySpace (das vom Eigentümer schon heimlich abgeschrieben
wird). YIGG sollte das deutsche DIGG (nicht einmal das us-amerikanische Vorbild kennen die meisten hierzulande) werden
... Namen der Propheten? Gerne, denn das Web vergisst nie und daher sind die Aussagen belegbar ... Oder doch nicht,
jetzt noch nicht, denn das könnte für manche Gurus dann doch so fein peinlich werden, als dass man diese Gelegenheit
in einem Blogpost verschwenden sollte.
Sonntag, 2. August 2009
Gerade twittert (nein ich habe kein Twitter, ich bekomme das zwangsweise über einen Aggregator mit) ein SEO:
"Hat schon mal jemand ein Onlinemarketingkonzept für eine Partei erstellt?
Ich glaub ich erforsche hier mal Neuland."
So etwas nenne ich ignorierenden Größenwahn in Reinkultur und lasse das mal unbebildert stehen.
EDIT_ Ich habe gehört, dass Online-Buchhandel auch noch eine sehr lukrative Nische sein soll. Gleich mal in Neuland
vorstoßen und ein Marketingkonzept entwickeln ...
Donnerstag, 23. April 2009
In meinen Augen (fast nur) Glück gehabt haben die Gründer von "lokalisten.de", mitgeschwommen sind sie auf der
WebZwoNull-Blase - die nun blubb-blubb-ploppt. Über Wasser werden sich die wenigsten halten können, die nicht so viel
Glück hatten ... und einfach absaufen. Der Lokalisten-Eigentümer, der klamme pro7sat1-Konzern würde die
notorisch geldverlustige Community gerne los werden, während einer der Gründer in der Berliner Zeitung eine dicke
Lippe riskiert. Man sollte mich nicht falsch verstehen: Ich können jedem sein Glück, doch wenn der Erfolg nur auf
Zufall (einen dummen Käufer gefunden zu haben, weil das Projekt nur tiefes Rot produziert) basiert, sollte man
sich nicht als großer Experte aufspielen.
Gestutzt ist hingegen ein anderer, nämlich derjenige, der den Lokalisten-Konkurrenten StudiVZ kaufte: Stefan von
Holtzbrinck will sich nach diversen Online-Misserfolgen wieder mehr um den Blätterwald kümmern und kleine
Regionalzeitungen kaufen. Gratulation zu dieser Entscheidung! Dieter von Holtzbrinck, der aus dem Holtzbrinck-Imperium
einige Perlen herausgekauft hat,
versammelt aktuell gestandene Macher um sich und bastelt anscheinend an einem neuen Print-Konzern. Viel Glück! Nicht
nur ich bin auch der Meinung, dass das gedruckte Wort noch eine
Zukunft hat und gegenüber dem beliebigen Online-Blabla klar im Vorteil ist.
Ach ja ... wo
ist eigentlich Gutbrod?
Mittwoch, 15. April 2009
Auch wenn ich jetzt wieder ab und zu mein Büro an den Murner See verlege bleibt keine Zeit in Ruhe darüber zu
sinnieren, wie andere SEO-Agenturen 80 Prozent des Personals in Vertrieb und Verwaltung halten können. Auf mich
umgelegt hieße das, dass ich vier (!) Vollzeitbeschäftigte bräuchte, um mich mit Aufträgen zu versorgen. Ganz
ehrlich, ich würde schlicht in Arbeit ersticken.
Ebenso habe ich nicht die Muse darüber nachzudenken, wie es der auch in der Szene eher als "Geheimtipp" gehandelte
Internetadressen-Verkürzer arm.in in den Branchendienst turi schafft, nur weil er bei eBay notgeschlachtet
versteigert wird.
Weil wir gerade bei eBay sind: Da trennt man sich auch von allem was geht und tarnt es als BuyOut. Gerade wurde StumbleUpon an die Gründer
zurückverkauft. Wert der Transaktion unbekannt, allerdings dürfte es sich nur um Bruchteile der 75 Millionen
handeln, die eBay beim Kauf gezahlt hat. Bei Skype bereitet der 1...2...3-Onliner einen ähnlichen, gesichtswahrenden
Deal vor.
Ab und zu muss ich doch die dicke Luft aus mir heraus lassen und kleine
bissige Artikel über die Spezies von Onlinern zu schreiben, die ich generell zur WebZwoNulle erhebe, egal ob sie
sich selbst nun als SEO, Arbitrage-Händler oder Domainer bezeichnen. Dann tut es gut zu lesen, dass es auch anderen so geht wie
mir.
Dann geht es mir wieder besser und ich kann mich voll meinen Kunden widmen - Mittwoch und Donnerstag gibt es kein
Freiluftbüro am Murner See, da ist Hausbesuch angesagt bei einem Kunden in Kassel.
Freitag, 10. April 2009
Ausverkauf bei pro7sat1: In der FTD kann man nachlesen, dass der Medienkonzern gerne alles loshaben würde, was mit Web
zu tun hat und nicht unbedingt betriebsnotwendig ist. Darunter sind klangvolle Namen wie Wetter.com oder Lokalisten.de
... auch kürzlich erst erworbene Beteiligungen, Webnews beispielsweise. Die Krux ist der Preis, denn die wenigsten
Webprojekte dürften wirklich profitabel sein und Verlustbringer möchte niemand kaufen. Für das Frauenprotal Fem.com
fand sich kein Käufer und da lag der Preis wohl im einstelligen Millionenbereich.
Freitag, 27. Februar 2009
Ein hochgeschätzter
Kollege schreibt, dass Online-Werbung um 5 Prozent eingebrochen ist. Ich sage, dass es in diesem Bereich noch
gewaltig bergab gehen wird, aber das wird mir auch keiner glauben, genau so wie im September, als ich die Entwicklung
schon vorhergesehen habe. Oh, was gab es da wegen meines angeblichen Pessimismus für
Diskussionen!
Digitaler Kollektivwahn vom kleinen
Möchtegern, Billig-Billig- ExpertenInnen bis hin zu arroganten Glückspilzen.
Wir werden noch heuer das Ende von Twitter sehen, da bin ich mir sicher. Das von Facebook und MySpace auch. Und einer,
der mir furchtbar beleidigt war, weil ich ihn vor einer riesigen Dummheit bewahrt habe, was
er aber nicht so gesehen hat, wird mir vielleicht im Nachhinein dankbar sein. Es wird schlimm werden, ganz schlimm, für
luftblasenblubbernde WebZwoNullen.
Manchmal will ich mit meinen Prognosen gar nicht Recht behalten.
EDIT_ IRRESEO statt SEOTONIE sollten diese
ausgelutschten SEO-Wettbewerbe heissen! Nur mal so mal so als Zwischenruf.
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Lesermeinung
Mo, 09.04.2012 11:32
Ups - 2-3 Jahre sind vorbei un d die Piraten sind mehr als je in den Medien vertreten. A ber... man kann sich ja [...]
Sa, 17.03.2012 09:26
sind echt super fotos und ich bin sehr überrascht, dass du a uf so kleine details eingehst. echt klasse!
Sa, 19.11.2011 17:48
Hallo Matthias bin grad per zufall über dein bild gestolp ert weil ich auf der suche nac h bildern vom zwangsarbe [...]
Fr, 07.10.2011 03:27
Hallo Siegfried, ich schicke e s Dir zu.
Mo, 03.10.2011 12:16
Hallo Matthias, als ehemalige r Schüler des GMG habe ich bei der Vilslaus mitgearbeitet. I ch bin mir jedoch nicht [...]
Fr, 23.09.2011 09:25
Nach Lektüre der Artikel Ihrer Herren deckers und Bahners zu m Thema Kirche habe ich für m ich beschlossen, Ihre Ze [...]